Wie bekannt ist, gibt es in den Bundesländern Berlin und Brandenburg zusammen rund 3.000 Seen mit einer Wasserfläche von jeweils einem Hektar und mehr. Damit zählen sie deutschlandweit zu den Regionen mit der höchsten Anzahl solcher Gewässer. Die von den Berlinerinnen und Berlinern als „Seen“ bezeichneten Gewässer sind dabei häufig Flussbuchten, in denen die Strömung kaum wahrnehmbar ist. Aufgrund der äußerst langsamen Wasserbewegung ist die Grenze zwischen Fluss und See oft nahezu nicht erkennbar.
Alle diese Gewässer unterscheiden sich hinsichtlich Größe, Form, Tiefe, Dichte und Salzgehalt des Wassers sowie in ihrer Lage, Zirkulation und Intensität unterirdischer Strömungen. Auch ihre Nutzung ist sehr vielfältig. Einige dienen der landschaftlichen Gestaltung, andere werden für Wassersport, Angeln, Badebetrieb oder Bewässerung genutzt.
Mit Beginn der Wintersaison und dem Absinken der Temperaturen unter den Gefrierpunkt bildet sich auf Gewässern in der Regel eine äußere Eisschicht. Dieses Phänomen wurde in Berlin in den letzten Tagen des Dezember 2025 sowie zu Beginn des laufenden Jahres an mehreren Gewässern beobachtet.
Gefrorene Wasserflächen und Lagunen ziehen zweifellos durch ihre eindrucksvolle Ästhetik Aufmerksamkeit auf sich und schaffen eine besondere Atmosphäre. Dennoch stellt nicht ausreichend tragfähiges Eis eine erhebliche Gefahr dar und kann zu einer potenziell trügerischen „Falle“ werden. Seine Struktur ist unvorhersehbar und birgt Risiken beim Betreten oder bei Freizeitaktivitäten. Solche Handlungen können zum Einbrechen ins Eis führen, was Unterkühlung und Erfrierungen zur Folge haben kann.
So wurden beispielsweise in der ersten Januarhälfte mehrere Fälle registriert, bei denen Menschen ins Eis eingebrochen sind, unter anderem auf dem größten Berliner See, dem Müggelsee, sowie in der Nähe der Stahlbetonbrücke Lohmühlenbrücke an einem schiffbaren Kanal. In diesen Fällen kam es glücklicherweise bislang zu keinen tragischen Folgen, da die Betroffenen sich selbst aus der trügerischen „Eisfalle“ befreien konnten.
Nach Angaben der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) verfügen die Berliner Gewässer derzeit nicht über eine stabile Eisdecke. Als stabil gilt hierbei eine Eisschicht von 15 bis 20 Zentimetern. Selbst eine solche Dicke bietet jedoch keine Garantie für Sicherheit, da viele Flüsse und Gewässer in Berlin unterirdische Zuflüsse aufweisen, an denen das Eis stellenweise deutlich dünner sein kann.
Die Tragfähigkeit des Eises wird zudem von weiteren Faktoren beeinflusst, etwa von der Fließgeschwindigkeit des Wassers, dem Eintrag von Abwässern oder dem Schiffsverkehr. Auch Strudel können wärmeres Wasser vom Grund nach oben befördern, wodurch das Eis dünn bleibt. Solche Stellen sind von außen nicht erkennbar und daher besonders gefährlich.
Die Berliner Wasserschutzpolizei sowie die zuständigen Rettungsdienste beider Bundesländer warnen die Bevölkerung erneut ausdrücklich davor, gefrorene oder angefrorene Seen, Flüsse und Kanäle zu betreten.
Tags: Betreten von Eisflächen , Lebensgefahr , Eisdecke , instabiles Eis , öffentliche Sicherheit , Winterwarnung , Berlin Nachrichten , Eisgefahr , Warnung der Rettungsdienste , Berliner Seen , Brandenburger Seen , Flüsse in Berlin , Kanäle in Berlin , dünnes Eis , Wintergefahr , Sicherheit im Winter , Einbruch ins Eis , Gewässer in Berlin , Gewässer in Brandenburg , Rettungsdienste , Wasserschutzpolizei , DLRG , Müggelsee , Wintersaison , kaltes Wetter , Unterkühlung , Erfrierungen , natürliche Gewässer , Eiswarnung , Brandenburg Nachrichten